Riss durchs Leben

Riss durchs Leben

Jeder Mensch kann jederzeit von einem Ereignis betroffen werden, das zu Hirnschäden mit bleibenden Behinderungen führt, z.B. durch

  • Unfall mit Schädelhirnverletzung
  • Herzstillstand mit Wiederbelebung
  • Schlaganfall, Hirnblutung
  • Hirn(haut)entzündung
  • Tumor
  • Chirurgische Eingriffe am Gehirn
  • Vergiftungen
  • Hirnorganische Krankheiten

Von einer Sekunde zur anderen kann der Lebensweg mit einer normalen Entwicklung der geistigen Fähigkeiten, mit Schule, Ausbildung, Beruf, Familie und sozialen Bindungen unterbrochen und bleibend verändert werden.

Die Behinderung

Viele Menschen mit Erworbenen Hirnschäden finden trotz Rehabilitation und Therapien nicht in ihr gewohntes Leben und in Normalität zurück. Das Denken und Handeln bleibt beeinträchtigt, häufig begleitet von zusätzlichen körperlichen Behinderungen. Eine selbständige Lebensführung ist nicht mehr möglich.

  • Die kognitiven Fähigkeiten (soziale Kompetenz, Orientierung, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Handlungsplanung, Konzentration, Wahrnehmung, Vorstellungsvermögen etc.) sind verändert.
  • Erlerntes und Erfahrenes ist ganz oder teilweise verloren.
  • Die Persönlichkeit ist verändert oder beschädigt.

Unter den Veränderungen der Persönlichkeit leiden die sozialen Beziehungen. Eltern, Ehepartner, Kinder geraten mit den Behinderten in Konflikte, die zu unerträglichen Belastungen führen können. Familien fallen auseinander, Freundschaften zerbrechen.

Der Hilfebedarf

Mehrere Tausend Menschen bleiben Jahr für Jahr nach Erworbenen Hirnschäden behindert. Sie selbst, ihre Familien und Angehörigen sind auf die Hilfe anderer angewiesen.

Der individuelle Hilfebedarf für Eingliederung und Teilhabe hängt bei Erworbenen Hirnschäden von den Einschränkungen des Denkens, des Handelns und bei der selbständigen Lebensführung ab.

Kognitiv Behinderte brauchen besondere neuropsychologische und heilpädagogische Betreuung und Therapien mit einem individuellen langfristigen Förderungskonzept. Von Angehörigen und in Familien kann diese Hilfe wegen der sozialen Belastung in den meisten Fällen auf Dauer nicht organisiert und geleistet werden. Endstation ist immer wieder, auch für junge Menschen, ein Alten- oder Pflegeheim, eine Einrichtung für geistig Behinderte oder seelisch Kranke. Vor den Menschen mit Erworbenen Hirnschäden liegt dann ein Leben, das keine Aussicht auf eine Zukunft mit eigener Normalität bietet.

© 2018 ARCHE NOVA gGmbH, Hamburg  |  Impressum  ·  Datenschutzhinweise